Don Quijotes Erbe – Frankfurter Buchmesse

Spanische Schriftsteller*innen der Gegenwart mit dem alten büchervernarrten Ritter aus Cervantes Feder in Verbindung zu bringen, mag wie ein Klischee erscheinen – ist es aber nicht. Man entkommt dem berühmtesten Helden der Literatur der iberischen Halbinsel auch im Heute kaum. Irgendwo taucht er immer auf, ist Thema. Heuer ist Spanien Gastland der Frankfurter Buchmesse, die diese Woche eröffnet wird und im Vorfeld wurde viel übersetzt, was in den letzten Jahren in den verschiedensten Sprachen des Landes geschrieben worden ist.

Günther Domenig: DIMENSIONAL – FORUM

Drei Blöcke, jeweils 100 Minuten, mit spezifischen Themenfoci und jeweils zwei Impulsen von separat geladenen Teilnehmer:innen:
Hans Ulrich Reck (Kulturtheoretiker, Philosoph),
Raffaela Lackner (Leiterin des Architektur Haus Kärnten), Valerie Messini (Architektin und Kuratorin),
Volker Giencke (Architekt),
Wilfried Achinger (Steinhaus Günther Domenig Privatstiftung)
Doris Lippitsch (Architektin, Chefredakteurin QUER Magazin)
Mit namhaften, sowie jungen Stimmen aus Architektur, Theorie und Kunst, haben wir gemeinsam die historische und aktuelle Bedeutung des Werks von Günther Domenig befragt und in Zusammenhang gebracht mit zeitgenössischen Problemstellungen bezüglich Nachnutzung von Architektur, ökologischem Umgang mit Landflächen und der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung von Architektur im 21. Jahrhundert.

Kleidung, Körper, Kapital – Diagonal zum Thema Mode

Das schönste Gewerbe der Welt betrifft all unsere Lebensbereiche und ist deshalb mehr als nur der fesche äußere Schein. Kleidung spricht, erzählt von sozialen Bedingungen, wirtschaftlichen Nöten, handwerklichem Können, philosophischen Prinzipien, Genderdefinitionen, Arbeit, Pop und ästhetischen Entscheidungen. Und selbst, wenn jemand beschließt, Kleidung sei nicht so wichtig, ist das eine Aussage. Glitzer und Glamour auf der einen Seite, Ausbeutung von Arbeiter:innen, Verbrennen von Ressourcen auf der anderen Seite.

Gehen, wandern, flanieren – Diagonal zum Thema Herumstreifen

… möglichst ziellos, als Flâneuse oder Müßiggänger, dabei Gedanken aufkommen lassen, weiterspinnen, verwerfen: Welches Potential das Gehen hat, haben, wie so vieles, schon die alten Griechen erkannt. Aristoteles pflegte das Denken beim Gehen gern in seiner so genannten Peripatetischen Schule (von Peripatos, der Wandelhalle), da gab es immer wieder die Gelegenheit, „am Weg“ neue Ideen aufklauben zu können, oder alte Gedanken mit Sauerstoff anzureichern. Aber gibt es das überhaupt noch in dieser schnellen, gern maschinenbetriebenen Fortbewegungswelt des 21. Jahrhunderts? Oh ja, und die Sehnsucht danach ist groß. Das zeigen viele neue Publikationen, die zum Gehen auffordern, in Gummistiefeln oder Wanderboots, barfuß oder in Flipflops, allein oder in der Gruppe. Dabei geht es um Gesundheit, Neugierde und Aufbruch, eben neue Pfade zu finden und Wege, die im Gehen entstehen bzw. alte, im Alltag eingetretene Spuren zu verlassen.

Funkhaus – Argentinierstraße 30a, 1040 Wien Diagonal Spezial – Zum Thema: Funkhaus – Argentinierstraße 30a

Das Wiener Funkhaus gehört gefeiert. Am 2. Juli 2022 ehrt Ö1 von früh morgens bis spät nachts sein legendäres Produktions-Gehäuse in der Argentinierstraße 30a – diese Adresse kennt man in ganz Österreich. An diesem kulturellen Kraftort wurden 55 Jahre lang gesellschaftliche Impulse gesetzt und versendet. Doch Europas erfolgreichster Kultursender verlässt im August sein geschichtsträchtiges Haus. Es geht in Richtung Hietzing, an einen neuen Standort auf dem ORF Medien Campus am Küniglberg.

Ideen für eine erschöpfte Welt. Donna Haraway und die Kunst

Die Biologin Donna Haraway ist eine der einflussreichsten Denkerinnen in der Kunstwelt. Sie inspiriert zahllose Künstlerinnen und Künstler. Pedro Wirz ist einer davon. Seine Forschungen zum besseren Weiterleben auf diesem beschädigten Planeten, in engem Austausch mit der Natur, ohne die Technologie zu verteufeln, finden relevante Wegweiser in Haraways Büchern.
Donna Haraway brütet schon seit den 1980er Jahren darüber, wie eine gerechte Welt ausschauen könnte, die Menschen, Tieren und Pflanzen Rechte einräumt, auf der man Technologie mit indigenem Wissen zu verbinden weiß, Verantwortung übernimmt, sich kümmert, ohne Hierarchien.
Der Planet ist beschädigt, schauen wir hin und machen das Beste daraus, ist Haraways Credo. Wir sollten uns weder der zynischen bis apokalyptischen Da-ist-eh-nichts-mehr-zu-machen-Einstellung hingeben, noch dem Glauben, Technologie alleine würde diese Welt retten.

Caetano Veloso & Gilberto Gil: Brasiliens Superhelden

Caetano Veloso & Gilberto Gil: Brasiliens Superhelden feiern 80. Geburtstag

Beide sind für Rekorde gut: allein Caetano Veloso für elf Latin Grammys und knapp sechs Dutzend Alben, etliche davon mit Gold, Platin und Diamant gekrönt. Gilberto Gil, mit kaum weniger Alben, wurde als erstem Lateinamerikaner der „Nobelpreis“ der Musik verliehen, der Polar Music Prize. Die Kreativität und künstlerische Bedeutung beider Komponisten, Dichter, Sänger und Gitarristen lassen sich dagegen nicht in Zahlen und Rekorden messen.

Ai WeiWei über Macht und Ohnmacht

In den vergangenen Wochen sind viele Künstler aufgefordert worden, sich politisch zu positionieren. Bei ihm besteht kein Zweifel, wo er steht: Ai Weiwei bezieht Stellung – und zwar immer. Er verdammt öffentlich Putins Angriffskrieg auf die Ukraine, verurteilt die Flüchtlingspolitik der EU und benennt die Menschenrechtsverletzungen in seiner Heimat China. Sogar ins Gefängnis ist er für seine Überzeugungen gegangen, doch gebrochen hat ihn das nicht.
Ai Weiwei ist heute Chinas führender Dissident und Künstler, seine Kunstwerke sind mächtige Symbole, die ein breites Publikum ansprechen und immer wieder für Kontroversen sorgen. Die Wiener Albertina Modern zeigt jetzt eine umfassende Retrospektive seiner Arbeiten: Skulpturen, Filme und Installationen.