HERBERT BRANDL. Eine Obsession. work in progress. coming soon

Dokumentation 52 Minuten mit Walter Reichl

Herbert Brandl ist ziemlich cool, gleichzeitig Punk und gewissenhaft. Ein Messias für junge Künstler und das obwohl er sich im ältesten künstlerischen Gewerbe, der Malerei, einen Namen gemacht hat. Noch dazu mit Landschaften, mit Bergen, abstrakt und gegenständlich und gerne im großen Format. Eigentlich so ein Thema aus der Romantik. Bei Brandl ist es gebrochen, herb und rauh und doch so schön. Seine Bilder machen die Wirklichkeit reicher und intensiver, sagt der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr. Inzwischen sind Brandls Gemälde hochpreisige Klassiker und Sammler wie etwa Extrembergsteiger Reinhold Messner attestieren seinen Bildern eine Ladung Emotionen, die kein Foto je vermitteln kann. Für den engagierten Naturschützer ist die Malerei eine Art Naturschutzgebiet, erlaubt sie ihm doch, eine Welt zu erschaffen, wie er sie gerne hätte: wild, ungezähmt, unverdorben. Also doch ein Romantiker! fest verankert im 21. Jahrhundert. Der Film begleitet Herbert Brandl über sechs Jahre, in unberührte Schluchten, auf lichte Höhen, in Schatzhöhlen und Akademieklassen und immer wieder ins Atelier, wo man den Werken beim Entstehen zuschauen kann.

Im Reich der Striche und Schatten. Zur Person William Kentridge.

 
William Kentridge, Jahrgang 1955, ist der bekannteste Künstler Südafrikas. Aber Schublade kann aus dieser Zuschreibung keine werden, denn Kentridges Engagement ist schlicht universell. Er übt sich in den verschiedensten Genres von Zeichnung, Animationsfilm, Performance, Theater bis Oper und setzt sich mit überzeitlichen, menschlichen, allzu menschlichen Themen auseinander: Zeit, Gewalt, Scham, oder wie wir ständig dabei sind, aus allem Sinn machen zu wollen: Spuren im Sand, Wolken am Himmel.

Das macht den Spross einer jüdisch-litauischen Familie, die nach Südafrika emigriert war, zum genussfreudigen Melancholiker und „vorsichtigen Pessimisten“. Seine Animationsfilme sind gezeichnet, Kohlestift auf Papier, und immer schwarz weiß. Der Radiergummi, der auslöscht, ist dabei gleich wichtig wie der Stift, der Dinge entstehen lässt. Menschen auf der Wanderschaft. Flucht? Vertreibung? Totentanz?

Trotz ihrer Schlichtheit fällt man schnell hinein in diese Welt. Präsent in den wichtigsten Museen, vertreten auf Kunstweltschauen wie der Documenta oder bei Festivals wie den Salzburger Festspielen in diesem Sommer, ist William Kentridge der Antikunst Dada verpflichtet und schätzt das schöne Scheitern. Denn hätte er es als Maler, Schauspieler, Filmemacher und Dirigent geschafft, wäre er heute nicht der Universalkünstler, der er ist …

Demokratie-Verständnis: Romeo Castellucci

„Democracy in America“ bei den Wr. Festwochen
In seinem jüngsten Stück untersucht der italienische Theaterberserker Romeo Castellucci die Regierungsform der Demokratie.

Speziell „Die Demokratie in Amerika“ frei nach dem Buch des französischen Denkers aus dem 19. Jahrhundert. Brennende Aktualität bekommt diese Arbeit durch die herrschenden Hang zum Populismus in demokratisch regierten Staaten wie den USA, aber auch in Europa. Warnte de Tocqueville doch bei aller Verneigung vor der Demokratie auch vor einer möglichen „Diktatur der Mehrheit“. Castellucci lässt sich auf gewohnt poetische Weise auf das Thema ein und lässt in seinen so drastischen wie schönen Bildern viel Gedankenspielraum.

Der kulturMontag spricht mit Romeo Castellucci über den Unterschied zwischen griechischer und US amerikanischer Demokratie, die Bedeutung der Kunst in der Politik, Religion und Frauen im Aufstand gegen das System.

Edmund de Waal

Edmund de Waal Festspiele im heurigen Herbst. Er veröffentlicht ein neues Buch, in dem er sich auf den Weg zu den Ursprüngen des Porzellans macht: „Die weisse Straße“ und er kuratiert eine Ausstellung über die Dunkelheit, Albträume und die Nacht im Kunsthistorischen Museum und zeigt seine Porzellanvitrinen im Kunsthaus in Graz.

Bei unserem Gespräch in London in seinem Studio und im Victoria & Albert Museum erzählt er von seinen Leidenschaften: Porzellan, die Farbe weiß, die Dunkelheit in der Arbeit von Albrecht Dürer, die seiner Ausstellung im Kunsthistorischen Museum Inspiration war, Rhythmen, Wiederholungen, Passionen, Macht, Gedichte …

Stil. Mode. Haltung. Zur Person Elfie Semotan, Fotografin.

„Aufregend unaufgeregt“ – mit diesem Oxymoron ist in der Vogue die Arbeit der österreichischen Fotografin Elfie Semotan charakterisiert worden. Ein treffendes Urteil. Vieles von dem, was Semotan in den vergangenen 40 Jahren aufgenommen hat, wirkt heute klassisch; so, als hätte man es nicht anders fotografieren können. Ihre Fotos sind also wohl in unseren Bilderfundus eingegangen: Helmut Langs Anzüge, Palmers‘ Unterwäsche. Der ironische Twist gehört immer dazu.

Elfie Semotan selbst ist eine stilsichere Erscheinung. Eine ruhige Instanz in einem der hysterischsten Gewerbe, die es gibt: die Mode. Aber die gelernte Modemacherin nimmt sie durchaus ernst: als Zeichen, als Ausdrucksmittel, als Sprache. Sie übersetzt sie in Werbung, in Plakate, Covers oder Bildstrecken für Hochglanzmagazine. Immer auch und besonders: den Menschen im Auge, den sie fotografiert.
Schließlich war Semotan selbst Topmodel, damals in den 1960er Jahren, hat in Paris Haute Couture vorgeführt und ist so zur Fotografie gekommen.
Ihre Porträtfotos von den Berühmten und Wichtigen brauchen keine großen Inszenierungen. Wie eine Bildhauerin arbeitet Semotan das jeweils Charakteristische an den Persönlichkeiten heraus: bei Elfriede Jelinek oder Julian Assange, Benicio del Toro oder Marina Abramovic. Die Nähe von Künstler/innen und ihrer Kunst hat sich, wie das meiste in ihrem Leben, „ergeben“, weil sie es gewollt und gebraucht hat, aber nicht gesucht. Sie war mit dem „enfant terrible“ der Künste, mit Martin Kippenberger, verheiratet und davor mit dem Maler Kurt Kocherscheidt. Wechselseitige Inspirationen sieht man den jeweiligen Werken an. Elfie Semotan pflegt regen Austausch mit der Kunst und der Welt – am 25. Juli 2016 feiert sie ihren 75. Geburtstag.

EXPO Mailand 2015 – Carlo Petrini

Die Italiener haben es doch geschafft! „Wenn es eng sind, sind wir am besten“, sagt uns ein Passant in der Modegasse Via della Spiga. „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ lautet das brisante und eigentlich brandaktuelle Thema der EXPO. Weltweit sterben jährlich 9 Millionen Menschen an Unterernährung, Riesenkonzerne entziehen kleinen Bauern die Lebensgrundlage und bringen durch Monokulturen oder Rodungen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Von all diesen Problemen aber wird das Publikum der EXPO nur wenig berührt. Trotz symbolhafter Bauten von Stararchitekten wie Daniel Libeskind oder Norman Foster bleibt das eigentliche Thema im Hintergrund. Die meisten der 145 teilnehmenden Länder nutzen die 6-monatige Veranstaltung als Leistungsschau und Produktwerbung. Nur wenige Beiträge suchen Antworten auf die Frage, wie die Menschheit in Zukunft vernünftig ernährt werden kann. Viel Spott erntete die Weltausstellung nicht nur wegen der vielen Sponsoren-Pavillons von Fastfoodketten und Süßwarenherstellern. Auch die Schmiergeldaffaire bei der Vergabe von Bauaufträgen, die die Verhaftung von sechs EXPO-Managern zur Folge hatte, wirft kein gutes Licht auf die Weltausstellung, die die italienische Regierung mit 1,3 Milliarden Euro finanziert.
Zum Für und Wider von Weltausstellungen im Allgemeinen und dieser im Besonderen nehmen unter anderem die Masterminds dieser EXPO Stellung, die ihr ursprüngliches Konzept kaum wieder erkannten: der charismatische Slow Food Gründer Carlo Petrini, den die Italiener immer wieder gerne als Staatspräsident sehen würden, der schweizer Stararchitekten Jaques Herzog von Herzog & de Meuron und der Mailänder Stefano Boeri, gerade für sein jüngstes Bauprojekt, den „grünen“ Wolkenkratzer „Bosco Verticale“ unter 800 Konkurrenten mit dem internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet. Sie alle sind der Meinung, dass der österreichische Beitrag auf der EXPO, der mit einem echten Wald gute Luft als Nahrunsmittel zur Verfügung stellt, einer der wenigen ernstzunehmenden ist.

EXPO 2015 Mailand – Stefano Boeri

Die Italiener haben es doch geschafft! „Wenn es eng sind, sind wir am besten“, sagt uns ein Passant in der Modegasse Via della Spiga. „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ lautet das brisante und eigentlich brandaktuelle Thema der EXPO. Weltweit sterben jährlich 9 Millionen Menschen an Unterernährung, Riesenkonzerne entziehen kleinen Bauern die Lebensgrundlage und bringen durch Monokulturen oder Rodungen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Von all diesen Problemen aber wird das Publikum der EXPO nur wenig berührt. Trotz symbolhafter Bauten von Stararchitekten wie Daniel Libeskind oder Norman Foster bleibt das eigentliche Thema im Hintergrund. Die meisten der 145 teilnehmenden Länder nutzen die 6-monatige Veranstaltung als Leistungsschau und Produktwerbung. Nur wenige Beiträge suchen Antworten auf die Frage, wie die Menschheit in Zukunft vernünftig ernährt werden kann. Viel Spott erntete die Weltausstellung nicht nur wegen der vielen Sponsoren-Pavillons von Fastfoodketten und Süßwarenherstellern. Auch die Schmiergeldaffaire bei der Vergabe von Bauaufträgen, die die Verhaftung von sechs EXPO-Managern zur Folge hatte, wirft kein gutes Licht auf die Weltausstellung, die die italienische Regierung mit 1,3 Milliarden Euro finanziert.
Zum Für und Wider von Weltausstellungen im Allgemeinen und dieser im Besonderen nehmen unter anderem die Masterminds dieser EXPO Stellung, die ihr ursprüngliches Konzept kaum wieder erkannten: der charismatische Slow Food Gründer Carlo Petrini, den die Italiener immer wieder gerne als Staatspräsident sehen würden, der schweizer Stararchitekten Jaques Herzog von Herzog & de Meuron und der Mailänder Stefano Boeri, gerade für sein jüngstes Bauprojekt, den „grünen“ Wolkenkratzer „Bosco Verticale“ unter 800 Konkurrenten mit dem internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet. Sie alle sind der Meinung, dass der österreichische Beitrag auf der EXPO, der mit einem echten Wald gute Luft als Nahrunsmittel zur Verfügung stellt, einer der wenigen ernstzunehmenden ist.

EXPO 2015 Mailand – Jacques Herzog

Die Italiener haben es doch geschafft! „Wenn es eng sind, sind wir am besten“, sagt uns ein Passant in der Modegasse Via della Spiga. „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ lautet das brisante und eigentlich brandaktuelle Thema der EXPO. Weltweit sterben jährlich 9 Millionen Menschen an Unterernährung, Riesenkonzerne entziehen kleinen Bauern die Lebensgrundlage und bringen durch Monokulturen oder Rodungen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Von all diesen Problemen aber wird das Publikum der EXPO nur wenig berührt. Trotz symbolhafter Bauten von Stararchitekten wie Daniel Libeskind oder Norman Foster bleibt das eigentliche Thema im Hintergrund. Die meisten der 145 teilnehmenden Länder nutzen die 6-monatige Veranstaltung als Leistungsschau und Produktwerbung. Nur wenige Beiträge suchen Antworten auf die Frage, wie die Menschheit in Zukunft vernünftig ernährt werden kann. Viel Spott erntete die Weltausstellung nicht nur wegen der vielen Sponsoren-Pavillons von Fastfoodketten und Süßwarenherstellern. Auch die Schmiergeldaffaire bei der Vergabe von Bauaufträgen, die die Verhaftung von sechs EXPO-Managern zur Folge hatte, wirft kein gutes Licht auf die Weltausstellung, die die italienische Regierung mit 1,3 Milliarden Euro finanziert.
Zum Für und Wider von Weltausstellungen im Allgemeinen und dieser im Besonderen nehmen unter anderem die Masterminds dieser EXPO Stellung, die ihr ursprüngliches Konzept kaum wieder erkannten: der charismatische Slow Food Gründer Carlo Petrini, den die Italiener immer wieder gerne als Staatspräsident sehen würden, der schweizer Stararchitekten Jaques Herzog von Herzog & de Meuron und der Mailänder Stefano Boeri, gerade für sein jüngstes Bauprojekt, den „grünen“ Wolkenkratzer „Bosco Verticale“ unter 800 Konkurrenten mit dem internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet. Sie alle sind der Meinung, dass der österreichische Beitrag auf der EXPO, der mit einem echten Wald gute Luft als Nahrunsmittel zur Verfügung stellt, einer der wenigen ernstzunehmenden ist.