Diagonal zum Thema: Care. Vom Pflegen, Kümmern und Bewahren

Sign.

!!! ATMO: Verkehr am Ring

Mod.: Es ist – abgesehen vom immerwährenden Verkehr an Wiens Ringstrasse – sehr ruhig vor dem Parlament an diesem 9. März. Obwohl sich eine große bunte Gruppe von Menschen zum Protest hier eingefunden hat, die meisten davon Frauen, es ist der Montag nach dem 8. März.

Alle liegen auf mitgebrachten Decken am Boden und tun: NICHTS

„Stillgelegt“ heisst die Veranstaltung, die darauf aufmerksam machen soll, dass ohne die viele unbezahlte oder schlechtbezahlte Care-Arbeit, nicht nur in Österreich – weltweit – alles eben „still-stehen“ würde.

OT Parlament genug + Applaus – ATMO läuft weiter

Mod.:  Betrifft doch das Thema Care – Sorgearbeit, Pflege, Hausarbeit, Bildung, Betreuung – alle irgendwann einmal im Leben…

Zitat Tronto:

Im Laufe unseres Lebens durchläuft jeder und jede von uns unterschiedliche Grade von Abhängigkeit und Unabhängigkeit, von Autonomie und Verletzlichkeit. Eine politische Ordnung, die nur Unabhängigkeit und Autonomie als das Wesen des menschlichen Lebens voraussetzt, übersieht einen großen Teil der menschlichen Erfahrung.

Mod.: schreibt die US amerikanische Politikwissenschaftlerin Joan Tronto, die Care nicht als Privatangelegenheit denkt, sondern als zentrale gesellschaftliche Praxis verstanden haben will, wir kümmern uns um einander und um unsere Lebensgrundlage, den Planeten Erde. Tronto denkt Sorgearbeit ganz groß: als Handeln zur Erhaltung unserer Welt. Die Rednerinnen vor dem Parlament sehen das auch so:

OT Parlament caring economy narrativwechsel

MK: Titel: Diagonal heute zum Thema: Care. Vom Pflegen, Kümmern und Bewahren, präsentiert von Ines Mitterer.

Mod.: Ist es nicht interessant, dass uns die Entwicklung unseres Wirtschaftens und politischen Handelns dahin gebracht hat, ausgerechnet die Arbeit gering zu schätzen, derer wir als schwaches Tier Mensch am meisten bedürfen? Während der Pandemie ist kurz klar geworden, wer die wirklichen Systemerhalter sind, Krankenschwestern, Pfleger … sogar Applaus gab es hie und da. Nur, um sie dann recht bald wieder unsichtbar und schlecht bezahlt im Schatten der Aufmerksamkeit verschwinden zu lassen. Und das hat wiederum System, meint die Filmemacherin Ina Ivanceanu, Erfinderin und Co-Initiatorin der Aktion „stillgelegt“ – wo kämen wir denn hin, wenn wir das alles bezahlen müssten…..

OT Ina Ivanceanu Arbeit bezahlen 1

Frauen und Mädchen leisten weltweit über 12 Milliarden Stunden unbezahlte Pflegearbeit und Care Arbeit Sorgearbeit. Wenn man jetzt all diesen Frauen und Mädchen ein Mindestgehalt zahlen würde, dann würde der Beitrag zur Weltwirtschaft ungefähr 1000 Milliarden Dollar betragen. Und das ist dreimal so viel wie das, was die globale Technologiebranche so umsetzt.

Mod.: das hat Ina Ivanceanu bei der Arbeit an ihrem jüngsten Kinodokumentarfilm „Take Care“ herausgefunden, der kommendes Frühjahr in die Kinos kommen wird.

OT Ina Ivanceanu Arbeit bezahlen 2 Wenn man sich diese zahlen vorstellt, dann wird auch klar, warum es so viel Widerstand gibt, diese Arbeit anders zu bewerten. Dann müssten wir nämlich unser Wirtschaftssystem umdrehen, auf den Kopf stellen, so dass einem ein bisschen schwindlig wird und sagen oh, wenn das eigentlich dreimal so viel wert ist wie die gesamte Technologiebranche, die weltweite Technologiebranche, dann müssten wir ja eigentlich anfangen, alles ganz anders zu bezahlen. Und das ist natürlich eine ziemliche Erschütterung im System. Da fängt es an zu knirschen. Wenn man sich das wirklich vorstellt. Deswegen ist die Idee auch so faszinierend, dass wenn alle Menschen, die diese unbezahlte oder schlecht bezahlte Arbeit leisten, mal wirklich aufhören würden. Was dann wohl passieren würde?

Mod.: Care bedeutet mehr als Pflege. Es meint das Sorgen um andere und um sich selbst, aber auch das Bewahren dessen, was zu verschwinden droht. Das schauen wir uns heute an. Das Inhaltsverzeichnis:

MK: Kunst und Care

Mod.: Wie sehr Sorgearbeit auch bei Künstlerinnen den Alltag bestimmt, zeigt derzeit die Ausstellung „Care Matters“ in der Albertina in Wien. Hannah Balber war dort und freut sich über Ikonen feministischer Kunst genauso wie über stimmungsvolle Zeugnisse von Menschlichkeit.

MK: Mein Alltag ist am Limit getaktet

Mod.: In ihrem Langessay „Pusztagold“ entfaltet die junge Schriftstellerin Clara Heinrich so poetisch wie alltagsrealistisch viele Facetten von Care – die körperliche und emotionale Arbeit am Wohlergehen anderer Lebewesen, ja sogar Saatgutpflege oder Klimaschutz. Wir besuchen die Schrifstellerin, Gärtnerin und pflegende Angehörige ihres schwer an ME / CFS erkrankten Partners in ihrer Marktgärtnerei im burgenländischen Gols.

MK: Zu krank zum Aufstehen, zu gesund für den Staat

Mod.: ME / CFS ist eine schwere, chronische Multisystemerkrankung und eine der letzten großen Krankheiten, die kaum erforscht sind. Für die Betroffenen – ihre Zahl hat sich seit der Pandemie verdoppelt – existiert im Gesundheits- und Sozialsystem praktisch keine angemessene Versorgung, obwohl viele schwerst eingeschränkt sind. Was das für die Pflegenden bedeutet, hat Constanze Ertl recherchiert.

MK: Vom Pflegen der Natur

OT Moor 2

Mod.: Dass Care Arbeit neben sinnvoll auch sehr befriedigend sein kann, wenn man sich um ein Stück Niedermoor oder um verletzte Vögel in einer Greifvogelstation kümmert, wurde Sonja Bettel unterwegs erzählt.

MK: Kleinmöbel und Musik

Das steht ein Gespräch mit der Filmemacherin und Care-Aktivistin Ina Ivanceanu auf dem Programm genauso wie ein Bericht von einer SaatgutSamenbank im Libanon. Diagonals Feiner Musiksalon, der kommt heute von Klaus Nüchtern. Er stellt Stücke aus dem Album „Minnesota“ des norwegischen Gitarristen Trond Kallevåg vor. Die Musik für die Sendung selbst haben die Schriftstellerin Clara Heinrich und ihr Partner Amar Halilović kuratiert, der vor seiner schweren Erkrankung an ME / CFS Musiker war.

Titel Nummer 1 stammt aus dem fernen Jahr 1980 und dem ersten Album des nigerianischen Percussionisten, Komponisten und Bandleader Gasper Lawal. Das Album heisst „Ajomasé“ aus dem Yoruba übersetzt etwa „Wir müssen es alle gemeinsam tun“ ….

MUSIK: Gasper Lawal – Eronu

Mod.: Gaspar Lawal singt da über „Eronu“ –  ein Aufruf zur Besinnung: ein Appell an seine Leute, innezuhalten und über das eigene Verhalten sowie die gesellschaftliche Situation nachzudenken. „Denkt nach!“, „reflektiert!“ ruft er da den Zuhörenden zu …..

Diagonal heute zum Thema Care, vom Pflegen, Kümmern und Bewahren. Aus gutem Grund denken Schriftstellerinnen, Theroetikerinnen und Künstlerinnen über dieses Thema nach – sind sie doch in der überwiegenden Mehrzahl, wenn es darum geht, Sorgearbeit zu tragen, immer noch, auch hier in Österreich. Die Organisation FAIRsorgen – Fair wie fair, also gerecht geschrieben, ein breites österreichisches Bündnis, das sich für ein Wirtschaftssystem einsetzt, das unbezahlte und bezahlte Care-Arbeit ins Zentrum stellt, rechnet vor:

FAIRsorgen Insta

Mod.: Der Gap beginnt schon im Teenageralter. Dann geht es damit weiter, 50% der Frauen in Österreich arbeiten Teilzeit, der Hauptgrund, den sie dafür angeben, sind Betreuungsaufgaben. In der Folge verdienen Frauen in der Pension um fast 40% (!) weniger als Männer. Wenn sie monatlich gleich viel verdienen würden, bekämen sie heuer ab dem 7. August keine Pension mehr. Das ist der Equal Pension Day. Und diese Zahlen sind nicht aus den 1970er, sondern aus den 2020er Jahren….

Von kritisch bis launig, von humorvoll bis verzweifelt verdeutlichen Künstlerinnen und Künstler das Thema Sorgearbeit in einer Ausstellung, die „Care Matters“ heisst und die gerade in der Albertina in Wien gezeigt wird. Das ist kein Nischen-Rand-Sekundäres Thema mehr sagt uns diese noble Adresse. Die Werke der mehr als 30 österreichischen und internationalen Künstlerinnen und Künstler von der feministischen Avantgarde der 1970er Jahre bis in die Gegenwart stammen aus der Sammlung Verbund. Hannah Balber startet ihren Rundgang mit der fast 90-jährigen Margot Pilz.

 

BT: Care Matters Albertina / Balber                                                                                                     13.27

 

 

Mod.: sagt der japanische Künstler Akihito Yoshida am Ende dieses Ausstellungsrundgangs von Hannah Balber. Fürsorge und Pflege als Grundlage menschlichen Zusammenlebens…. Die Ausstellung „Care Matters“ kann man sich noch bis Ende Juni im Haupthaus der Albertina in Wien anschauen – schwere Empfehlung!!

MUSIK: Alice Coltrane – Wisdom Eye                                                                                                 3.20

Mod. drüber: Und das ist Alice Coltrane mit Wisdom Eye – aus der Playlist, die von der Schriftstellerin Clara Heinrich und ihrem Musikerpartner Amar Halilović für diese Sendung zusammengestellt wurde.

MUSIK hoch

Mod.: Alice Coltrane hatte sich das Spiel an der Harfe selbst beigebracht. Wisdom Eye ist so etwas wie ein musikalischer Dienst an der Menschheit, ein musikalisches Plädoyer für Zeit und Zuwendung – beides Kernressourcen von Care…..

Musik ausgesucht von Clara Heinrich und ihrem zu pflegenden Partner …

 

BT: Heinrich / Mitterer                                                                                                                                        15.36

 

Eno / Cale – Spinning Away 0.25 vorlauf, beginnt bei 0.50 zu summen            bei ca. 4 min. raus

Mod.: “Spinning away” – Brian Eno und John Cale schauen ins Land und versuchen eine Hommage an unseren majestätischen, schönen und zerbrechlichen Planeten. Dabei erzählen sie, wie schwierig es ist, aus dem Anblick, aus der Emotion Kunst zu machen. Immer ist das Gesehene und Erlebte größer, vielfältiger, stärker als das, was man in der Kunst festhalten kann…. Mit diesem Song sind die beiden ihrem Ziel vielleicht gerade wegen der Zweifel so nahegekommen.

 

 

 

Noch ein PS zu Clara Heinrich. Sie schreibt nicht nur selbst – unsere Lektüreliste für die heutige Sendung ist wie immer auf oe1.orf.at/diagonal zu finden – sie ist auch Co-Veranstalterin einer Lesereihe in Gols im Burgenland, in der Literatur und Natur verbunden werden.  Bei der nächsten Ausgabe von #amsatzberg hört man dem österreichischen Autor Peter Waterhouse beim Lesen aus seinem Roman „Z Ypsilon X“ zu und der Rangerin Linda Pössler, wenn sie über pannonische Insekten, Vögel und Wiesenblumen erzählt. Datum ist Samstag, der 9.Mai – Details dazu gibt es ebenfalls auf unserer Seite im Netz.

MK: Titel!! Diagonal zum Thema Care heute. Vom Pflegen, Kümmern und Bewahren.

Zweifel und Verzweiflung packt die Betroffenen und Angehörigen dieser Krankheit unausweichlich immer wieder: ME / CFS ist eine der letzten großen unerforschten Krankheiten. Und auch, wenn sich die Fallzahlen seit der Pandemie verdoppelt haben – ME / CFS ist ja auch eine schwere Verlaufsform innerhalb des Post Covid Spektrums – fehlen öffentliche Strukturen und Betroffene sind in medizinischer Versorgung und sozialer Absicherung oft auf sich gestellt. Constanze Ertl durfte sich für ein Journal Panorama vor einigen Monaten bei zwei Familien anschauen, was das für die Pflegenden bedeutet.

 

BT: ME/CFS Chronical Fatigue / Ertl                                                                                                    10.53

 

Mod.: „Schwer krank und UNVERSORGT“ steht auf der Hauptseite der Österreichischen Gesellschaft für ME / CFS im Netz. Constanze Ertl war das mit einem Lagebericht.

MUSIK: Linda Perhacs – Hey, Who Really Cares?

Mod.: Hey who really cares, Hey, won’t somebody listen … Linda Perhacs (Perhax) mit dem leise formulierten Wunsch, es möge ihr jemand zuhören, so richtig ….

OT Ina Storyboard Monumente Babytragetuch 1

 

Mod.: Das ist Ina Ivanceanu, Filmemacherin, Aktivistin, Erfinderin des „Stillgelegt“ Protestformats, bei dem wir am Anfang der Sendung vor dem Parlament herumgelegen sind und NICHTS gemacht haben. Für ihren neuen Film, „Take Care“, den sie gerade fertig geschnitten hat und der Anfang nächsten Jahres ins Kino kommt, hat sie gemeinsam mit Elisabeth Sechser, einer Vordenkerin der Caring-Economy und Unternehmerin, mehrfach schon ausprobiert, wie das wäre, mit Nichtstun zu protestieren.

OT Ina stillgelegt verweigerung tolle sache

Mod.: Protagonistin ihres Films ist die profilierte Denkerin, Feministin und Aktivistin Silvia Federici, die sich in ihren Schriften und ihrem Leben seit mehr als 60 Jahren mit Sorgearbeit und ihren Umständen beschäftigt – jetzt ist sie 83 Jahre alt und pflegt ihren an Parkinson erkrankten Mann. Ina Ivanceanu hat bei ihr in Brooklyn gedreht:

Ausschnitt Federici Waffen

Mod.: In unserer Gesellschaft gilt als produktiv, sagt Federici, wer Waffen produziert, mit denen man Menschen töten kann, aber wenn man Care Arbeit macht und damit Menschen beim Leben hilft, dann gelte das als unproduktiv. Welche Aspekte der Care Arbeit kommen da vor in Ina Ivanceanus Film?

 

BT: Gespräch Ivanceanu / Mitterer

 

Mod.: Das kann man sich zumindest einmal im Kleinen anschauen, wenn bei der nächsten „Stillgelegt“ Aktion am 17. Juni ein Teil der Wiener Ringstrasse zum Aktionsfeld oder besser zur Liegefläche wird oder im größeren Rahmen dann im nächsten Jahr – da rufen am 3. Mai diverse Organisationen unter dem Schirm „frauenstreik.at“ zum österreichweiten Aktionstag.

MUSIK: Dezron Douglas – Foligno

Mod. Drüber: Foligno heisst dieses Stück von Dezron Douglas. Zu hören ist der in Silvia Federicis Gegend, also in Brooklyn lebende Jazz Bassist hier mit seiner Partnerin Brandee Younger an der Harfe …..

MUSIK: hoch und weiter bis ca 3.30

Mod.: Dezron Douglas „Foligno“. Douglas, US-Amerikaner mit Wohnsitz in Brooklyn versteht Jazz nicht nur als Kunst, sondern auch als soziale Verantwortung. Und „Foligno“ steht einfach für einen Ort, an dem es dem Musikerpaar Douglas/Younger gut geht, wenn sie beim Umbria Jazz Festival dort immer wieder auftreten. Umbrien ist ja auch eine Landschaft, die man als „Geography of Care“ bezeichnen könnte, ein Landschaft, die nährt und inspiriert. Aber, nicht nur nur Zweibeiner brauchen Care. Die Umwelt braucht auch Betreuung, heute vielleicht mehr denn je: Da gibt es auch genug zu tun: besondere Habitate müssen gepflegt werden, verletzte Wildtiere medizinisch versorgt, Igelstationen eingerichtet und Kröten über die Strasse gebracht werden. Auch das ist Sorgearbeit – oft ehrenamtlich, absolut nützlich und manchmal auch ziemlich befriedigend…..wie Sonja Bettel erfahren hat.

 

BT: Naturschutz / Bettel                                                                                                                                  14.51

 

Musik: Jeremiah Chiu  Marta Sofia Honer – Snåcko

Mod.: Jeremiah Chiu und Marta Sofia Honers Stück „Snåcko“ klingt zwar so als wäre es uns vom letzten Zwitschersamstag auf Ö1 hier herübergeflattert – ist aber ein Vorschlag unserer Musikkuratoren heute, Clara Heinrich und Amar Halilović.

Musik: hoch

Mod: Jeremiah Chiu und Marta Sofia Honer, ein Duo aus Los Angeles, waren da unterwegs im Norden Europas auf den Aland Inseln in der Ostsee und haben dort aufgenommene Fieldrecordings in ihre Kompositionen aufgenommen.

Noch viel weiter im Norden in Spitzbergen befindet sich der Svalbard Global Seed Vault,  ein internationaler Saatgut-Tresor. Es ist die größte und sicherste Samenbank der Welt und dient quasi als „Arche Noah“ für die Nutzpflanzen der Erde, um die globale Nahrungsmittelversorgung im Fall von Kriegen, Naturkatastrophen oder dem Klimawandel abzusichern.

 

Regionale Saatgutbanken wie zum Beispiel ICARDA, das internationale Forschungszentrum für Trockenzonen-Landwirtschaft im Libanon, deponiert da etwa Saatgut aus seinen Samendatenbanken, als Sicherheitskopie sozusagen.  Fürsorge bedeutet eben auch manchmal, etwas zu bewahren, das die Welt gerade zu verlieren droht: die unendliche Vielfalt von Saatgut. ICARDA bewahrt mit seinen 180.000 Proben in der Genbank auch die genetischen Vorfahren unserer Grundnahrungsmittel auf – Weizen, Gerste, Linsen – Pflanzen aus dem Fruchtbaren Halbmond, wo der Mensch vor Tausenden Jahren überhaupt erst angefangen hat, Ackerbau zu betreiben. Als die Lage vor Kurzem im Libanon eskalierte, wurden Tausende Saatgutproben notfallmäßig ausgelagert – nach Marokko, und eben in den Saatguttresor in Nordnorwegen. Wie Saatgutpflege für trockene Zonen im Libanon betrieben wird, hatte sich Peter Waldenberger für unser Stadtportrait Beirut angeschaut.

 

BT: Samenbank Libanon korr / Waldenberger                                                                                            7.42

 

Mod.: Peter Waldenberger hat ICARDA vor den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Libanon besucht, derzeit ist die Hauptforschungsstation weiterhin in Betrieb, obwohl in der Region Einschläge verzeichnet wurden. Die Gebäude und die Genbank selbst sind dabei noch unversehrt geblieben, aber die Infrastruktur, also Wasser- und Stromversorgung, ist oft beeinträchtigt, wird berichtet. Und die Einrichtungen in Aleppo wurden während des syrischen Krieges weitgehend zerstört und geplündert – an der Wiederherstellung der Labors und der Samendatenbank wird aber gearbeitet. Spitzbergen sei dank gibt es von allen Samensampels ja Sicherheitskopien. Und wir bleiben noch kurz in der Region: Fairuz, Sängerin aus dem Libanon hat heute das etwas melancholische Schlusswort: Ma Kadert Neseet – Ich konnte nicht vergessen…..

Fairuz – Ma Kadert Neseet (beginnt bei 0’11 zu singen) bei 2.30 könnt man langsam raus.

 

Mod.: Das war die Stimme von Fairuz, eine Jahrhundertstimme am Ende dieser Sendung zum Thema Care – Sorgen, Pflegen, Bewahren. Links, Lektüreempfehlungen und die Musikliste haben wir für Sie auf unserer Website gesammelt: oe1.orf.at/Diagonal und das Gespräch mit Ina Ivanceanu gibt es als Diagonal gefragt Podcast. In Diagonals Feinen Musiksalon lädt dann gleich Klaus Nüchtern. Er hat das neue Album des norwegischen Musikers Trond Kallevåg mitgebracht.

Signation:

Mod.: Studiotechnik: Gerhard Wald und Jakob Kainz. Gesprochen haben Ursula Scheidle und Michael Köppel. Die Beiträge kamen von Hannah Balber, Sonja Bettel, Konstanze Ertl und Peter Waldenberger. Musikauswahl: Clara Heinrich und Amar Halilović. Regie Peter Waldenberger, Redaktion und Moderation: Ines Mitterer