Stil. Mode. Haltung. Zur Person Elfie Semotan, Fotografin.

Das Zentrum der Welt
Das liegt für die weitgereiste Fotografin nicht etwa in New York, wo sie auch eine Wohnung hat, sondern in einem ehemaligen Bauernhaus im Süden des Burgenlandes, nahe Jennersdorf. Beim Besuch fällt auf: Provinz muss nicht provinziell sein.

Ein flotter Dreier – Fotografie, Werbung, Kunst!
Semotans erotische Aufnahmen von ziemlich nackten Menschen beiderlei Geschlechts für eine österreichische Wäschefirma stießen auf Unverständnis und Kritik bei Konservativen genauso wie bei Feministinnen und provozierten wohl den einen oder anderen Unfall – so sehr fielen die Plakate im damaligen Straßenalltag auf. Dann ging es um unterschiedlichste Dreierkombinationen rund um eine Mineralwasserflasche. Beide Kampagnen machten Schule. Nicole Dietrich hat sich mit Kulturwissenschaftler Wolfgang Pauser über Elfie Semotans noch immer bekannteste Werbesujets und ihre Bildsprache unterhalten.

Frauen versus Kleiderbügel
Ja, Mode ist der gelernten Modemacherin Elfie Semotan wichtig, allerdings nicht wichtiger als der Mensch, der sie trägt. Statt das Modell so blass wie möglich abzulichten, um Kleidung und Accessoires besser zur Geltung zu bringen, wählt Semotan den umgekehrten Weg und bringt die Mode zum Glänzen, gerade weil sie von Menschen mit Charakter getragen wird. Mit dieser Philosophie ist sie im zeitgenössischen Modefotografie-genre nicht allein, hat Christine Scheucher festgestellt.

Kunst und Leben…
… waren in der Biografie von Elfie Semotan nie zu trennen. Und dann heiratete sie auch noch einen Künstler, den Maler und Bildhauer Kurt Kocherscheidt. Edelbert Köb, ehemaliger Direktor des Museums für Moderne Kunst in Wien bewunderte die künstlerische Unabhängigkeit der beiden bei gleichzeitiger absoluter Wertschätzung füreinander. Nach dem frühen Tod von Kurt Kocherscheidt Mitte der 1990er Jahre trat der deutsche Künstler Martin Kippenberger in Semotans Umlaufbahn ein und wurde Ehemann Nummer Zwei. Thomas Mießgang mit einem Portrait zweier Künstler, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können.

Kleinmöbel und Musik
Ein Gespräch mit Elfie Semotan, aufgenommen in ihrem Haus im Burgenland mäandert durch die Sendung. Ute Woltron, die Semotans Erinnerungen für deren Autobiografie „Eine andere Schönheit“ niedergeschrieben hat, zeigt die Fotografin als „Feministin, Was sonst?!“